Montag, 8. März 2010

Das Bild ist alles

Das wird leider viel zu oft vergessen. Früher, als es nur Film gab, waren die Bilder zunächst latent und wurden erst durch die Entwicklung in die physische Welt geholt. Welche Schönheit von einem Mittel- oder Großformatdia ausgeht, wenn man es auf einen Leuchtkasten legt, ist heute fast vergessen. Bei Negativen musste man noch durch Umkopieren und Vergrößern dafür Sorge tragen, dass die besten von Ihnen tatsächlich physisch erfahrbar wurden, aber genau das war ihr Zweck. Dafür wurden sie aufgenommen.

Auch in der digitalen Fotografie ist die eigentliche Bildaufnahme ein analoger Prozess, denn digitale Fotos entstehen letztendlich durch Quantisierung als virtuelle Abbilder unserer Umgebung. Doch leider werden digitale Bilder immer seltener aus der Virtualität heraus in unsere physische Welt geholt, sie schlummern als Bits & Bytes auf Festplatten oder anderen Datenträgern. Manche von Ihnen schaffen den Sprung in einen digitalen Bilderrahmen oder ins Internet. Wir können sie auf einem Monitor betrachten, aber anfassen können wir sie nicht. Sie sind virtuell. Nur wenige schaffen es auch auf Papier. Nun möchte ich die Vorteile digitaler Bildproduktion und -Nutzung keinesfalls in Abrede stellen. Dennoch wird durch die digitale "Bildbehandlung" oft das wichtigste vergessen: das Bild selbst.

Was treibt uns Menschen seit Urzeiten dazu, unsere Umwelt im Bild festzuhalten? Angefangen hat alles mit Höhlenmalerei: die Bilder waren immer da. Wenn man sie anschauen wollte, musste man nur zu ihnen gehen. Heute können wir in Museen gehen und die Arbeiten von Leonardo da Vinci, Caravaggio oder van Gogh betrachten. Und natürlich kann man entgegen halten, dass man heute nur den Computer anschalten muss, um ein Bild sehen zu können. Aber erst dadurch, dass Bilder physisch den Raum mit uns teilen, werden sie tatsächlich real und wirklich erfahrbar. Konsequenterweise sollten alle Fotos, die uns wirklich wichtig sind, auf einen physischen Träger übertragen werden. Damit sie auch haptisch erfahrbar werden. Wenn nur diese schönen Papiere nicht so teuer wären…



Der neue Fotostand im Kölner Zoo.
Hier kann man seine Bilder kaufen, wenn man sich
am Eingang von den netten Damen hat ablichten
lassen.

Donnerstag, 4. März 2010

Wie echt muss ein Foto sein?

Dem World Press Photo 2009 Wettbewerb hatte ich bisher nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt - bis ich heute bei Rob Galbraith den Artikel (mit dem kritisierten Foto) über die Disqualifizierung von Stepan Rudik, dem Gewinner des dritten Preises in der Kategorie Sports Features las. Anstelle seiner Bilder gibt es nun nur noch den Vermerk "Disqualified":


Screenshot der World Press Photo Website mit dem Hinweis auf die Disqualifizierung


Im Wesentlichen geht es mal wieder um eine Bildmanipulation: Rudik hat etwas entfernt (den Teil eines Fußes), das an bildwichtiger Stelle störend wirkte. Das entspricht wohl einfach nicht den Regeln: "The content of the image must not be altered. Only retouching which conforms to the currently accepted standards in the industry is allowed."

Zusätzlich zu der Retusche hat Rudik einen Bildausschnitt gewählt, das Foto mit hohem Kontrast nach SW konvertiert und eine grobe Kornsimulation hinzugefügt. Wenn ich alles recht verstanden habe, wird das nicht kritisiert, lediglich die Retusche. Wo also soll man eine Grenze ziehen? Was soll erlaubt sein, was nicht? Was ist der Industrie-Standard, wer definiert ihn, und für welchen Bereich?

Sicher muss es immer irgendwo eine Grenze geben, aber ich finde die Disqualifizierung übertrieben. Wenn Bildausschnitte ein Foto in seiner Aussage verändern dürfen (das wird seit vielen Jahrzehnten so gemacht!) und Kontrastveränderungen und Kornstruktur akzeptabel sind, warum darf dann nicht die wirklich störende Spitze eines Fußes entfernt werden? Das Foto muss nicht in einem Gerichtsverfahrten beweisen, dass hinter den fotografierten Personen noch ein Dritter gestanden hat. Es soll nur, im Kontext mit den anderen Bildern der Serie, eine Geschichte zum Thema Sport illustrieren.


[edit / 05. März 2010]
Auch FREELENS hat nun als Kommentar ein paar Gedanken zur World Press Disqualifikation ins Netz gestellt. Und der Vollständigkeit halber hier noch der Stein des Anstosses:


Das disqualifizierte Foto, © Stepan Rudik


Bildausschnitt des Original-Fotos, © Stepan Rudik


Das Originalfoto, © Stepan Rudik

Montag, 1. März 2010

Pictures I like #5


Silhouette

Mittwoch, 24. Februar 2010

Teste deine Farbwahrnehmung

X-Rite hat einen schönen und unterhaltsamen Online-Test zur Farbsicht. Ich hatte den früher schon einmal gemacht, aber Loyd Chambers hat mich wieder drauf gebracht. Viel Spass!


Ergebnis meines Farbtests

Freitag, 19. Februar 2010

Was macht ein gutes Portrait aus?



Ein großer Teil aller aufgenommenen Fotos sind in irgendeiner Weise Portraits, denn wir Menschen fotografieren uns am liebsten selbst. Und so wundert es auch nicht, dass wir die Darstellung unseres Selbst immer wieder in Frage stellen und verbessern möchten. Hierbei gibt es nach meiner Meinung zwei große Lager: zum einen die, die nach einer möglichst sympathischen Darstellung streben und dann jene, denen vor allem der Inhalt des Portraitfotos wichtig ist.



Was also macht ein gutes Portraitfoto aus? Wie bekomme ich es? Welche Technik brauche ich? Wie muss ich mit den Menschen umgehen?
Betrachten wir die Seite der Berufsfotografen, ist meist wichtig, wer für die Fotos bezahlt und welches Ergebnis er für sein Geld erwartet. Dass die meisten Menschen sich auf ihren Portraitfotos selbst nicht gefallen macht es den dienstleistenden Fotografen nicht gerade leichter! Ich habe zum Beispiel gelernt, dass das Bild zunächst einmal mir gefallen muss, auch wenn vor meiner Kamera der zahlende Kunde selbst sitzt! Denn der Kunde merkt, ob ich mich mit meiner Arbeit identifiziere und sie mit Enthusiasmus betreibe. Wenn ich ihn infizieren kann, habe ich bereits die halbe Miete im sprichwörtlichen Kasten. Denn wir dürfen nie vergessen, dass unsere Kunden bei der Auftragserteilung mit der noch nicht vorhandenen "Ware" Foto vor allem eins kaufen: ein Versprechen.




Hier noch drei interessante Links zum Thema Portraitfotos:

[EV +/-] Exposure Compensation: What makes a good portrait?
Eine wunderbare Annäherung an das Thema. Ab, in Eure Bookmarks!

The Zeltsman Approach to Traditional Classic Portraiture
Ein großartiger Exkurs über klassische Portraitfotografie, bei dem es sehr viel zu lernen gibt. Macht euch frei von euren Digitalknipsen und Vorurteilen über klassische Portraitstudios. Lest und transponiert die Informationen!

Conscientious: How to take portraits
Auszüge aus einem Buch über Portraitfotografie aus 1934!
[edit:] hier gibt es den zweiten Teil mit weiteren Beispielen.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Bücher für Fotografen #2




Heute geht es um Dr. Martina Mettners "Wie man ein großartiger Fotograf wird". Das Buch möchte dem Leser ein "Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft" sein.
Schon durch Titel, Farbe und Format - es ist quadratisch - macht es neugierig auf den Inhalt. Bestellt hatte ich es, wohl als einer der ersten, auf fotofeinkost. Als es dann kurz vor Weihnachten kam, waren meine Erwartungen natürlich groß. Nach dem Anlesen war ich aber irgendwie ernüchtert, das Buch gab mir nicht den erwarteten Kick. Für mich sind Bücher eben so: entweder sie reißen mich sofort mit, und dann verschlinge ich sie, oder sie haben es schwer mit mir. Und weil mir das Buch auf diese besondere Weise begegnet ist, kommt meine Besprechung erst jetzt.


Von Büchern und Bildern

Beim ersten Durchblättern einer Drucksache fallen neben den Überschriften natürlich sofort die Bilder auf, denn das ist schließlich ihr Zweck. Und diese Bilder haben es wirklich nicht geschafft, mich in das Buch zu saugen. So gut wie alle der etwa 90 Fotos kommen aus Frau Mettners eigener Kamera. Es gibt nur vier Ausnahmen: ein Obama-Bild von Elliott Erwitt, das berühmte Bild des sterbenden Loyalisten von Robert Capa (das, wie seit kurzem wieder diskutiert wird, wohl doch von Capa gestellt wurde - Frau Mettners Meinung hierzu finde ich großartig), eins mit Kinderpopo (schön!) von Martin Gommel (der wohl ein Leser der fotofeinkost ist) und schließlich ein Bild aus einer Hochzeitsreportage von Andrej Davydchyk. Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch, oder aber ich habe einen ganz anderen visuellen Stil - oder besser noch verschiedene Stile erwartet, die das Thema des Buchs illustrieren und greifbar machen. Und natürlich ist Bildsprache immer auch Geschmackssache, über die sich trefflich streiten lässt. Jetzt könnte man argumentieren, dass gerade Frau Mettners eigene Bilder wie geschaffen dafür sind, ihre Gedanken zu illustrieren. Doch ein wenig beschleicht mich das Gefühl, dass Frau Mettner ihre Bilder auch einmal in einem Buch haben wollte, und so hat sie eben, eventuell, das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden.


Von Zielgruppen

Der Titel lässt zwar erahnen, dass das Buch vorwiegend für Leute gedacht ist, die gerade mit der professionellen Fotografie beginnen (Studien-/Berufsanfänger). Und es lockt bestimmt auch solche, die mit dem Gedanken spielen, Geld mit der Kamera zu verdienen - denn nach wie vor wird den Leuten ja suggeriert, sie seien bereits Fotograf, wenn Sie nur mit einer Kamera herumlaufen, Bilder knipsen und mal das eine oder andere Foto über Fotolia & Co. für einen Euro verkaufen. Hier ist Frau Mettner deutlich und präzise, sie zieht diesen Aspiranten gründlich die faulen Zähne. Doch auch Berufsfotografen fühlen sich durch das Buch angesprochen, denn diese gehören unzweifelhaft zur Zielgruppe ihrer Beratung für Fotografen und zu den Lesern ihrer fotofeinkost. Erwartet man also einen Ratgeber, um im täglichen Chaos der Anforderungen zwischen kreativer Selbstverwirklichung und dem knüppelhartem Markt für Fotografie besser zurecht zu kommen, wird man leider enttäuscht. Hier kann dieses Buch nicht helfen. Für den Profi sind Kapitel wie "Welche Richtungen das Fotohobby nehmen kann" oder "Worauf bei der Aufnahme und Bildbearbeitung (zusätzlich) geachtet werden sollte" leider nur so wertvoll wie ein Schluck Salzwasser auf dem offenen Meer.


Von Gestern, Heute und Morgen

Schnell meint der aufmerksame Leser eine gewisse Abneigung Frau Mettners gegen das Gestrige auszumachen: "Sich jetzt noch an den Ideen und fotografischen Idealen des vergangenen Jahrhunderts zu orientieren, wäre…besonders verhängnisvoll." Gnadenlos wischt sie hier mal eben alles vom Tisch, was die Fotografie über ein Jahrhundert lang antrieb und fortentwickelte. Kurze Zeit später reduziert sie Henri Cartier-Bressons "entscheidenden Moment" auf das bloße Flanieren mit der Kamera. Ganz progressiv macht sie dann den oft mitvergrößerten schwarzen Rand des Negativs (der auf dem Negativ ja unbelichtet ist) zum "Trauerrand um den entscheidenden Moment". Bestimmt wollen viele Fotografen damit zeigen, dass sie das Motiv so fotografiert wie vergrößert haben, aber ist das etwa verwerflich? Ich finde den schwarzen Rand in erster Linie ästhetisch motiviert. Den schwarzen Rahmen Richard Avedons (den sie auf Seite 27 zu Recht als "groß" bezeichnet), der sich diesen zum Markenzeichen erkor, kritisiert sie hingegen nicht. Nun stellen Sie sich mal Avedons Portraits ohne den Rahmen vor!
Frau Mettner sagt zwar, dass die dokumentarische Fotografie ihr nach wie vor am Herzen liegt, aber so recht glauben kann ich ihr das nicht. Dennoch hat sie Recht, dass die Demokratisierung der Fotografie durch digitale Techniken zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Umdenken erfordert, damit man heute und morgen eine Chance hat, als Fotograf bestehen zu können.


Von Projekten

Ein großes Anliegen ist Frau Mettner das Fotoprojekt, allein fünf Kapitel führen das Wort "Projekt" in der Überschrift. Schon im Vorwort bezeichnet sie das freie Fotoprojekt als den Königsweg, um sich als Fotograf zu entwickeln und zu etablieren. Sie animiert den Leser die eigene Stimme zu finden und interessantere Fotos zu machen, anstatt ständig den neuesten Kameratrends hinterher zu laufen. Sie führt den Leser an die projektbezogene Arbeit heran und motiviert ihn zu eigenen Taten. Sie vermittelt, dass es "Viel wichtiger als Perfektion ist, dass Herzblut drin steckt und das Foto etwas aussagt". Und eins der letzten Kapitel beschreibt, "Wie Projekte zur Fotografie als Beruf führen können" - neben dem Vorwort eins meiner liebsten Kapitel.


Fazit

Soweit ich es verfolgt habe, ist dieses Buch bisher enthusiastisch aufgenommen worden, und Vergleichbares ist auf dem deutschen Markt schwer, wenn überhaupt, zu finden. Hier hat Frau Mettner geschickt eine leere Marktposition besetzt. Ihr Buch analysiert klug die aktuelle Position der Fotografie und gibt darauf aufbauend wertvolle Hinweise für Menschen, die ihre Fotografie, und damit auch sich selbst, weiter entwickeln wollen. Dabei bin ich nicht immer ihrer Meinung, und bestimmt die Hälfte des Buchs macht für mich persönlich nicht viel Sinn (o.g. Zielgruppenproblematik). Dennoch hat sie ein Werk mit viel Output geschaffen und zeigt, dass es darauf ankommt, Fotografieren als individuelles Abenteuer mit eigener Stimme zu betreiben, um sich durchsetzten zu können.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Kids #2

Montag, 18. Januar 2010

Pictures I like #4


"mergence", 1996/97

Samstag, 16. Januar 2010

The Third & The Seventh



Schon gesehen? The Third & The Seventh von Alex Roman ist ein komplett mittels 3-D-Computergrafik produzierter Film über Architektur und Fotografie. Euch erwarten fast 13 Minuten Magie in Bildern - HD und Fullscreen anschalten bitte.

Zuerst bin ich Anfang der Woche über The Online Photographer darauf gestoßen (hier), und normalerweise hätte ich, obwohl ich sofort den Bildern erlag, nicht darüber berichtet. Doch heute kam der Film ein zweites Mal via A Photo Editor zu mir. Dieser titelte seinen Post "The Beginning Of The End?", was mich dann doch interessierte. Hier erst begriff ich, dass der Film zu 98% CGI (Computer-Generated Imagery) ist und von einer einzelnen, 30 Jahre alten Person, auf nur einem herkömmlichen PC mit Standard-Software produziert wurde. Sehr interessant ist hier der Dialog zwischen APE und dem Fotografen Jamie Kripke über die Auswirkungen des Films auf die Fotografie, im besonderen die Werbefotografie.

Hier sind weitere Infos (Compositing Breakdown / Making Of) über den Film und hier über den Autor.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Kids



Hier ein erstes Bild zu einer neuen geplanten Serie: Kids. Ob alles klappt, häng vornehmlich von den Eltern ab, denn für die Aufnahmen und deren Nutzung brauche ich deren Einverständnis. Wenn es klappt, habe ich eine schöne Verwendung für meine verbliebenen Polaroid 55, die ich bald verbrauchen sollte. Sie werden mit der Zeit leider nicht besser.

Die teuersten Fotos

Bin gerade darauf gestoßen, passt ganz gut zum letzten Post:
Most expensive photographs - die teuersten Fotos. Hier allerdings Preise, die der Kunstmarkt gezahlt hat. Dabei natürlich auch Andreas Gursky mit seinem "99 Cent II Diptychon".

Dienstag, 12. Januar 2010

Über den Wert von Fotografie

Was ist ein Foto wert? Diese Frage stellt sich mir immer wieder, in unterschiedlichen Situationen. Heute kam sie wieder ganz unverhofft, als ich auf der EIZO Website nach einer neuen Version der Kalibrierungssoftware für meinen Monitor gesucht habe. Da gibt es nun ein altes Reportagefoto (80er Jahre?) von einer Umwelt-Demo mit Straßenblockade und dem Satz "Früher ging man für den Umweltschutz auf die Strasse.", das ganze schön modern mit Flash animiert:


Screenshot von www.eizo.de

Nun ist das nicht das erste Pressefoto, das für die Werbung verwendet wird. Aber wie man sieht sind Pressefotos auch prima für andere Zwecke als nur die Berichterstattung verwendbar. Nun kann man spekulieren, was EIZO für die Verwendung des Fotos gezahlt hat. Kommt das Foto für lediglich ein paar Taler aus dem Microstock? Kommt es Rights Managed von einer großen Agentur wie Corbis oder Getty? Oder hat der Fotograf damals vielleicht alle seine Rechte abgetreten und ein Dritter streicht das gesamte Nutzungsentgelt ein? Und überhaupt: was sollte eine solche Verwendung gerechterweise tatsächlich kosten?

Meine Meinung hierzu ist, dass der Wert eines Fotos von seiner Nutzung abhängt. Je mehr Nutzen das Bild seinem Nutzer bringt, desto höher sollte der Preis sein. Nun ist das nicht immer ganz einfach zu kalkulieren, aber es hilft, dem Kunden viele und präzise Fragen zu stellen. Das kann man natürlich nur, wenn man sein Nutzungsrecht behalten hat! Was EIZO bezahlt hat weiß ich nicht, aber Tatsache ist, dass die Fotohonorare derart unter Druck stehen, dass viele von der Fotografie kaum noch leben können. Und gerade jetzt kommt es darauf an, die Rechte an den eigenen Bildern zu behalten. Tut man das nicht, sägt man fleißig weiter am eigenen Ast.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Pictures I like #3


Eisenbahnschwellen, Schütte-Allee, Köln-Poll (2008)

Freitag, 11. Dezember 2009

Bücher für Fotografen #1



Beratung für Fotografen ist eine, zumindest nach meiner Wahrnehmung, dünn besetzte Sparte. Und deutschsprachige Literatur dazu habe ich bisher auch nicht ausmachen können (aber vielleicht habe ich einfach nicht richtig gesucht). Eine Ausnahme ist Dr. Martina Mettner, die jetzt ein Buch zum Thema geschrieben hat. Nein, ich war nicht bei ihr und kann daher nicht viel über sie sagen. Aber das Buch habe ich bestellt und freue mich darauf. Mehr dazu, wenn ich es gelesen habe.

Hier soll es um ein anderes Buch gehen. Man muss dazu aber die Mühe auf sich nehmen, es in Englisch zu lesen. Und überhaupt habe ich den Eindruck, dass derartige Literatur fast immer über den Großen Teich zu uns kommt. Es geht um das Buch "How To Succeed In Commercial Photography: Insights From A Leading Consultant" von Selina Maitreya, die seit 30 Jahren auf dem amerikanischen Markt als photo consultant tätig ist. Das Titelbild finde ich sehr amerikanisch und ein wenig "Banane", aber es visualisiert, worauf es der Autorin ankommt: der Leser soll, wenn er ihre Ratschläge befolgt, als Fotograf abgehen wie eine Rakete.

Eingeteilt ist das Buch in 6 Abschnitte: Values (Werte), Vision, Team, Tools, Persistence (Ausdauer, Beharrlichkeit) und Faith (Glaube, Vertrauen). Die Abschnitte sind in 5-6 einzelne Aufsätze unterteilt, in denen auch Fotografen, Art Buyer, und Agenten zu Wort kommen. Das macht das Buch interessant und abwechselungsreich.

Weil es ein amerikanisches Buch ist kann man nicht alles darin 1:1 auf den deutschen oder europäischen Markt übertragen, aber das muss auch gar nicht sein. Wenn man diesen Gedanken weiter hinten in seinem Kopf festhält, kommt man sehr gut zurecht. Das Buch zeigt dem Leser, welchen Wert Fotografie in unserer visuellen Welt hat und nimmt ihn an die Hand, Bewusstsein für diesen Wert aufzubauen, um ihn dann erfolgreich zum Markt tragen zu können. Dabei vergisst die Autorin nicht die emotionalen Einflüsse, die unsere Entscheidungen das ganze Leben hindurch maßgeblich prägen. So fragt sie den Leser gleich im ersten Kapitel: "Are your business goals in sync with your family and personal values?", um auf der nächsten Seite darauf hinzuweisen, dass man sich klarmachen muss, wie man sich ein erfolgreiches Foto-Business vorstellt.

Das Buch hilft auch, ein Portfolio aufbauen zu können, das die eigene Bildsprache und Vision repräsentiert und dadurch zu einem Portfolio wird, das verkauft. Denn darum geht es in der Auftragsfotografie: die Kunden kaufen nicht mehr nur jemanden, der technisch gut und universell einsetzbar ist (das sind heute die jederzeit ersetzbaren Knöpfchendrücker, die zu Dumping-Preisen arbeiten müssen), die Kunden kaufen eine Vision. Sie wollen also das Versprechen, etwas Außergewöhnliches und damit Wertvolles zu erhalten.

Der Abschnitt "Persistence" zeigt unter anderem, wie man sich durch kreative Blockaden arbeiten kann. Und um in schwierigen Zeiten überleben zu können, braucht es eine gehörige Portion Glaube und Selbstvertrauen (Abschnitt "Faith"). Hier hilft das Kapitel "Steps Towards Success" mit ein paar einfachen, aber wahren Rezepten: "Develop your visual value / Develop a qualified list of contacts / Create a well-rounded affordable sales and marketing programm / Buyers need repetition / Brand all of your sales and marketing tools".

Das Buch hat viele kleine Motivatoren zu Dingen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, aber doch immer wieder vergessen werden und deshalb einschlafen. Vieles hat hier auch mit Angst zu tun. Ich finde, dass es hilfreich ist, an so simple Dinge wie "walk your talk" und "show up" erinnert zu werden.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Pictures I like #2


Hannah I


Hannah II


Farn

Montag, 7. Dezember 2009

6x6 Magazin für Mamiya RZ gesucht


Mamiya RZ67 PROII

Leider gibt es das schon lange nicht mehr neu. Ich habe eine RZ 67 PRO II und würde gerne auch quadratische Bilder mit ihr machen. Jaja, ich weiß, ich könnte ja auch einen Ausschnitt machen, aber das ist nicht das Gleiche. Ich bin nämlich einer von denen, die beinahe automatisch das Bild bereits im Sucher festlegen. Das soll jetzt nicht heißen, das das bei mir immer so sein muss, aber die Neigung ist doch so stark, dass ich zum Beispiel beim Keinbild viel Wert auf einen 100%-Sucher lege. Wer sich also von seinem 6x6 Magazin für die RZ trennen möchte, kann es nun in gute Hände abgeben. Angebote bitte per E-Mail - auch, wenn dieser Post schon älter sein sollte...

Samstag, 5. Dezember 2009

Flohmarktfund


Drei Puppen

Schon ein halbes Jahr lagen die drei bei mir rum, ich hatte sie auf einem Flohmarkt entdeckt. Angeblich sollen Sie aus dem Keller der Witwe des Kölner Malers Karl Marx stammen und dort bereits jahrelang gelegen haben. Gammelig genug waren sie. Eigentlich habe ich die Fotos in SW auf Polaroid 55 gemacht und nur aus einer Laune heraus auch meine letzten 3 Blatt Polaroid 579 belichtet. Der war zwar schon Jahre abgelaufen, aber das tat den Bildern richtig gut. Ich bin gespannt, ob ich mich für diese hier oder die 55er Fotos entscheiden werde...

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ab heute bei Foto-Radar


Fisch?

Seit heute ist PHOTODOSIS auch bei Foto-Radar gelistet. Dort gibt es

"Eine Übersicht über die neuesten Fotografie-Artikel/Berichte/News in Deutsch.
Im Prinzip zeigt Foto-Radar immer die neuesten Artikel einer bestimmten Fotografie Webseite/Blog an. Und listet diese auf einer Seite auf, dh. sie finden viele unterschiedliche Artikel die sich um das Thema Fotografie drehen.
Alle Verlinkten Webseiten und deren Artikel werden mit einem DoFollow Link gesetzt."

Also los, hingehen.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Portraits of Power

Über andere und den großen Buzz im Internet schreibe ich ja normalerweise nicht, aber Platon zwingt mich quasi dazu. The New Yorker - ein Magazin, für das auch Richard Avedon fotografiert hatte - zeigt ein interaktives Portfolio mit Platons Portraits von Staatsoberhäuptern, die er während eines Treffens der Vereinten Nationen im vergangenen September aufgenommen hat. Nicht nur seine Portraits of Power sind umwerfend, auch seine Kommentare zu den Fotos sind großartig. Wer seine Kommentare mag, sollte sich auch seine zehnminütige Erzählung über sein Gewinnerfoto von Vladimir Putin vom World Press Photo Award 2008 anhören.

Via apad

Dienstag, 1. Dezember 2009

Pictures I like #1


"Blindwand", August 2009


Was macht man nur mit all den Fotos, die in einem Fotografenleben nach und nach entstehen? Nur für die Schublade sollten sie nicht sein, denn dann könnte man auch etwas ganz anderes mit seiner Zeit anfangen.

Nun, ich habe dieses Blog, und ab heute werde ich Bilder, die irgendwo in meinem Archiv schlummern, in loser Folge unter dem Label "Pictures I like" zeigen. Dabei wären wohl die wenigsten für meine Website geeignet, sie brächten meinen visuellen Stil vollkommen durcheinander.



"Geldernstr. / Parkgürtel", August 2009


"Lichtmast", August 2009