Mittwoch, 26. Mai 2010
Samstag, 1. Mai 2010
Mittwoch, 28. April 2010
Zitat #2

"Im Grunde ist es das gleiche. Es geht um Beleuchtung und den Bildaufbau. Es macht kaum einen Unterschied. Der Blick ist derselbe. ...Ich habe versucht eine Blume einem Bild eines Schwanzes gegenüberzustellen, dann einem Portrait. Und man konnte sehen, es ist alles dasselbe."
Robert Mapplethorpe
Sonntag, 25. April 2010
Website Update

Neues Portfolio auf meiner Website: art sellers
Genauso spannend wie die Kunst, die auf Kunstmessen verkauft wird, können die Galeristen und Verkäufer von Kunst sein. Geht man über die Messe, bemerkt man vier Zustände, die diese Kunstverkäufer annehmen:
- Warten
- E-Mail schreiben
- Telefonieren
- Kundengespräche führen
Donnerstag, 22. April 2010
Dienstag, 20. April 2010
Sept. 2008: JHK bei The Online Photographer
Hatte es fast vergessen und bin durch Zufall gerade selbst wieder drauf gestoßen: im September 2008 hatte The Online Photographer mich mit meinem Graflex/Kodak Aero Ektar Experiment gezeigt. Zum Artikel geht es hier.
Freitag, 16. April 2010
Polaroid 55 - Schwarzweißes Gold?
Die Preise für die letzten verfügbaren Schachteln Polaroid 55 schießen in ungeahnte Höhen. Erst gestern wurde via ebay eine Packung für sage und schreibe 235 Euro gehandelt - das sind exakt 11,75 Euro pro Aufnahme. Die Auktion mit der Nummer 300415764095 gibt es hier.

235 Euro für Polaroid 55 - Screenshot der Auktion
Wie es scheint hat der Anbieter noch mehr im Programm, eine neue Auktion (300418060343) läuft bereits.

235 Euro für Polaroid 55 - Screenshot der Auktion
Wie es scheint hat der Anbieter noch mehr im Programm, eine neue Auktion (300418060343) läuft bereits.
Donnerstag, 25. März 2010
Almost spring
Der Winter 2007 war nicht so kalt und eisig wie der gerade vergangene, und damals konnte man hier in Köln bereits Mitte Februar den Frühling erahnen.
Eben deshalb hatte ich einer Reihe Bilder, die bei einem Gang durch den Zoo im ausklingenden Winter entstanden sind, den Arbeitstitel "Almost spring" gegeben.









Eben deshalb hatte ich einer Reihe Bilder, die bei einem Gang durch den Zoo im ausklingenden Winter entstanden sind, den Arbeitstitel "Almost spring" gegeben.









Dienstag, 23. März 2010
Nichts ist unmöglich
Neben dem IMPOSSIBLE Project weiß das auch Toyota. Doch wärend die Japaner immer weiter in Richtung Zukunft forschen hat sich in Holland ein kleines Team von Enthusiasten daran gemacht, eine Technologie zurück zu bringen, die erst vor kurzer Zeit zu Grabe getragen wurde: das Sofortbild. Jetzt ist ihnen genau das mit einem Monat Verspätung gelungen. Sie produzieren neue Sofortbildfime. Photoscala weiß mehr.

Screenshot der IMPOSSIBLE-Projektseite
über den neuen PX Instant Film
So gut wie ich diese Wiederauferstehung finde, so schade finde ich zugleich, dass es wohl keine 4x5-Filme vom IMPOSSIBLE-Project geben wird. Photoscala schreibt: "...dass Impossible im Moment keine Kapazitäten habe, einen Packfilm oder einen 4x5-Film zu produzieren. Die beste Hoffnung diesbezüglich sei Fujifilm. Aber sie könnten sich einen 8x10- und 20x24-Film vorstellen...".
Jedenfalls hat IMPOSSIBLE die letzte Maschine für die Produktion von 8x10-Filmen von Polaroid gekauft und schreibt auf seiner Website: "As soon as we have reached our primary goal - to have production of the new PX Integral film formats running smoothly - we will do our very best to bring back this wonderful and unique large format material." Da muss ich mir also doch irgenwann eine 8x10-Kamera kaufen...

Screenshot der IMPOSSIBLE-Projektseite
über den neuen PX Instant Film
So gut wie ich diese Wiederauferstehung finde, so schade finde ich zugleich, dass es wohl keine 4x5-Filme vom IMPOSSIBLE-Project geben wird. Photoscala schreibt: "...dass Impossible im Moment keine Kapazitäten habe, einen Packfilm oder einen 4x5-Film zu produzieren. Die beste Hoffnung diesbezüglich sei Fujifilm. Aber sie könnten sich einen 8x10- und 20x24-Film vorstellen...".
Jedenfalls hat IMPOSSIBLE die letzte Maschine für die Produktion von 8x10-Filmen von Polaroid gekauft und schreibt auf seiner Website: "As soon as we have reached our primary goal - to have production of the new PX Integral film formats running smoothly - we will do our very best to bring back this wonderful and unique large format material." Da muss ich mir also doch irgenwann eine 8x10-Kamera kaufen...
Samstag, 20. März 2010
Projekte müssen reifen

Das schöne Wetter der beiden ersten Frühligstage habe ich für den Start eines neues Projekts genutzt, das ich schon länger im Kopf hatte. Irgendwie war es allerdings nur diffus vorhanden, und ich war auch zuvor schon ein paarmal dort mit der Kamera unterwegs - nur dass die Ergebnisse für mich eigentlich keine waren. Ich wußte, ich will da wieder hin und die Fotos machen, hatte aber noch nicht die passende Bildsprache dafür gefunden. Und als ich jetzt losgezogen bin, habe ich mir keine Gedanken mehr verbogen, alles lief ganz intuitiv ab - von der Aufnahme bis zur Postproduktion. Manches muss eben reifen.


Dienstag, 16. März 2010
Nikon und die Ersatzteile
Nikon hat eine interessante Ersatzteilpolitik. Das habe ich vor ein paar Tagen festgestellt, als mal wieder eins der Gummis an meiner D3 schlapp machte. Bekanntlich gibt es ja keine eierlegende Wollmilchsau, und auch die Gummierung der Nikon-Kamreas kann nicht alles leisten.
Nimmt man so eine Nikon in die Hand, ist man beim ersten Mal hin und weg: das Ding liegt wie angegossen und ist absolut griffig, Liebe auf den ersten Griff ist häufig die Folge. Auch wenn dieses erste Gefühl sich nicht jedesmal wiederholt, stellt man dennoch immer wieder fest, dass die Kamera einfach "gut liegt". Bei aller Liebe und allen Vorteilen haben diese Gummis aber auch einen gewaltigen Nachteil: sie verschleißen. Zu schnell. Viel zu schnell.
Meine D3 hat nun mehr als zwei Jahre auf dem Buckel und wurde damit kürzlich jeglicher Garantie enthoben. Und plötzlich merkt man, dass diese Gummis tatsächlich ärgerlich sein können. Während der Garantiezeit ist das alles kaum ein Problem, wenn man den Nikon-Service um die Ecke hat. Man geht einfach hin, nimmt den Kaufbeleg mit und bekommt postwendend neue Gummis - und das Werkzeug fühlt sich wieder an wie am ersten Tag. Und als NPS-Kunde hat man ja sowieseo ein paar Service-Vorteile. So hat meine D3 mittlerweile zwei Mal neue Gummis bekommen - bis auf das "Daumengummi" an der Klappe für die CF-Karten, das wurde erst einmal erneuert. Und wisst ihr was passiert ist? Genau: zwei Monate, nachdem alle anderen Gummis erneuert wurden, gab auch das Daumengummi wieder auf. Es löste sich genau da, wo es am meisten belastet wird. Vielmehr löst sich der Kleber unter dem Gummi. Als Interimslösung bekam es ein Pflaster aus Gaffer-Tape, doch auch das hält nicht wirklich lange.

Meine Nikon D3 mit dem festgeklebten Daumengummi -
was wäre das Leben ohne Gaffer-Tape?
Also ab zum Nikon Service Point, Ersatzgummi kaufen. Sollte ja nicht so teuer sein, ist schließlich das kleinste an der Kamera. Die Dinger sind prima vorkonfiguriert, Folie ab und aufkleben. Vorher natürlich das alte Gummi und Klebstoffreste entfernen. Dieses Mal war das Ersatzteil nicht da, wird bestellt, kommt übermorgen. Prima. Nach zwei Tagen angerufen. Ja, das Teil ist da. Gibt es aber nicht mehr einzeln, nur mit Kartenklappe, die komplett getauscht werden muss. Knapp 40 Euronen zzgl. Märchensteuer, und Techniker natürlich. WAS??? Für ein Ersatzteil mit einem Materialwert von einigen Cent? Ein Ersatzteil, das es vor einem Jahr noch gab? Und warum? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Vielleicht wissen ja die NPS-Leute in Düsseldorf mehr? Also anrufen! Ja, das Gummi gibt es nicht mehr solo. Weil eine neue Klappe schneller montiert sei, als die alte vom Klebstoff zu reinigen ist. Eine rein ökonomische Entscheidung. Ist ja auch irgendwie verständlich, Technikerzeit ist teuer. Und bei den vielen Garantiefällen (oder bin ich der Einzige mit diesem "Problem"?) sowieso. Aber was ist mit den Kunden, die so ein Gummi selbst auswechseln können und wollen? Nach der Garantiezeit. Die müssen nun - im übertragenen Sinn - für einen Lackschaden eine neue Tür in der Werkstatt einbauen lassen. Pah!
Was bitteschön hindert Nikon daran, dieses Gummi ebenso wie die anderen Gummis als günstiges Ersatzteil anzubieten? Zusätzlich zu der kompletten CF-Klappe? Ich würde ja ohne mit der Wimper zu zucken 20 Euro dafür ausgeben, für die Logistik und so, soll ja keiner hungern. Das Ding wird ja weiterhin unverändert produziert, ebenso wie die anderen Gummis. Es wird ja auch weiterhin mit diesem Sch****-Kleber aufgebracht. Doch vielleicht ist gar dieser Keber der größere Übeltäter? Vielleicht macht dieser das Gummi einfach weich? In Verbindung mit Belastung und Handschweiß? Ich jedenfalls habe ihn in Verdacht und das Gummi nun mit Industriekleber wieder aufgeklebt. Sitzt zumindest jetzt bombenfest. Und wenn das alles so ist, warum klebt nicht schon Nikon das Gummi vernünftig auf, wo es ja als Ersatzteil nicht mehr einzeln erhältlich ist?
Zum Schluß: bitte versteht dieses Posting nicht als Bashing gegen den Nikon-Service. Der ist nach wie vor einsame Spitze. Deswegen, und weil ich ihn hier einfach um die Ecke habe, und die Kameras sind natürlich auch gut, werde ich mir wieder eine Nikon Kamera kaufen. Denn was hätte ich von einer Kamera, für die ich keinen Service bekäme? Nichts!
Aber vielleicht hört man mich ja bis nach Japan...
Nimmt man so eine Nikon in die Hand, ist man beim ersten Mal hin und weg: das Ding liegt wie angegossen und ist absolut griffig, Liebe auf den ersten Griff ist häufig die Folge. Auch wenn dieses erste Gefühl sich nicht jedesmal wiederholt, stellt man dennoch immer wieder fest, dass die Kamera einfach "gut liegt". Bei aller Liebe und allen Vorteilen haben diese Gummis aber auch einen gewaltigen Nachteil: sie verschleißen. Zu schnell. Viel zu schnell.
Meine D3 hat nun mehr als zwei Jahre auf dem Buckel und wurde damit kürzlich jeglicher Garantie enthoben. Und plötzlich merkt man, dass diese Gummis tatsächlich ärgerlich sein können. Während der Garantiezeit ist das alles kaum ein Problem, wenn man den Nikon-Service um die Ecke hat. Man geht einfach hin, nimmt den Kaufbeleg mit und bekommt postwendend neue Gummis - und das Werkzeug fühlt sich wieder an wie am ersten Tag. Und als NPS-Kunde hat man ja sowieseo ein paar Service-Vorteile. So hat meine D3 mittlerweile zwei Mal neue Gummis bekommen - bis auf das "Daumengummi" an der Klappe für die CF-Karten, das wurde erst einmal erneuert. Und wisst ihr was passiert ist? Genau: zwei Monate, nachdem alle anderen Gummis erneuert wurden, gab auch das Daumengummi wieder auf. Es löste sich genau da, wo es am meisten belastet wird. Vielmehr löst sich der Kleber unter dem Gummi. Als Interimslösung bekam es ein Pflaster aus Gaffer-Tape, doch auch das hält nicht wirklich lange.

Meine Nikon D3 mit dem festgeklebten Daumengummi -
was wäre das Leben ohne Gaffer-Tape?
Also ab zum Nikon Service Point, Ersatzgummi kaufen. Sollte ja nicht so teuer sein, ist schließlich das kleinste an der Kamera. Die Dinger sind prima vorkonfiguriert, Folie ab und aufkleben. Vorher natürlich das alte Gummi und Klebstoffreste entfernen. Dieses Mal war das Ersatzteil nicht da, wird bestellt, kommt übermorgen. Prima. Nach zwei Tagen angerufen. Ja, das Teil ist da. Gibt es aber nicht mehr einzeln, nur mit Kartenklappe, die komplett getauscht werden muss. Knapp 40 Euronen zzgl. Märchensteuer, und Techniker natürlich. WAS??? Für ein Ersatzteil mit einem Materialwert von einigen Cent? Ein Ersatzteil, das es vor einem Jahr noch gab? Und warum? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Vielleicht wissen ja die NPS-Leute in Düsseldorf mehr? Also anrufen! Ja, das Gummi gibt es nicht mehr solo. Weil eine neue Klappe schneller montiert sei, als die alte vom Klebstoff zu reinigen ist. Eine rein ökonomische Entscheidung. Ist ja auch irgendwie verständlich, Technikerzeit ist teuer. Und bei den vielen Garantiefällen (oder bin ich der Einzige mit diesem "Problem"?) sowieso. Aber was ist mit den Kunden, die so ein Gummi selbst auswechseln können und wollen? Nach der Garantiezeit. Die müssen nun - im übertragenen Sinn - für einen Lackschaden eine neue Tür in der Werkstatt einbauen lassen. Pah!
Was bitteschön hindert Nikon daran, dieses Gummi ebenso wie die anderen Gummis als günstiges Ersatzteil anzubieten? Zusätzlich zu der kompletten CF-Klappe? Ich würde ja ohne mit der Wimper zu zucken 20 Euro dafür ausgeben, für die Logistik und so, soll ja keiner hungern. Das Ding wird ja weiterhin unverändert produziert, ebenso wie die anderen Gummis. Es wird ja auch weiterhin mit diesem Sch****-Kleber aufgebracht. Doch vielleicht ist gar dieser Keber der größere Übeltäter? Vielleicht macht dieser das Gummi einfach weich? In Verbindung mit Belastung und Handschweiß? Ich jedenfalls habe ihn in Verdacht und das Gummi nun mit Industriekleber wieder aufgeklebt. Sitzt zumindest jetzt bombenfest. Und wenn das alles so ist, warum klebt nicht schon Nikon das Gummi vernünftig auf, wo es ja als Ersatzteil nicht mehr einzeln erhältlich ist?
Zum Schluß: bitte versteht dieses Posting nicht als Bashing gegen den Nikon-Service. Der ist nach wie vor einsame Spitze. Deswegen, und weil ich ihn hier einfach um die Ecke habe, und die Kameras sind natürlich auch gut, werde ich mir wieder eine Nikon Kamera kaufen. Denn was hätte ich von einer Kamera, für die ich keinen Service bekäme? Nichts!
Aber vielleicht hört man mich ja bis nach Japan...
Montag, 8. März 2010
Das Bild ist alles
Das wird leider viel zu oft vergessen. Früher, als es nur Film gab, waren die Bilder zunächst latent und wurden erst durch die Entwicklung in die physische Welt geholt. Welche Schönheit von einem Mittel- oder Großformatdia ausgeht, wenn man es auf einen Leuchtkasten legt, ist heute fast vergessen. Bei Negativen musste man noch durch Umkopieren und Vergrößern dafür Sorge tragen, dass die besten von Ihnen tatsächlich physisch erfahrbar wurden, aber genau das war ihr Zweck. Dafür wurden sie aufgenommen.
Auch in der digitalen Fotografie ist die eigentliche Bildaufnahme ein analoger Prozess, denn digitale Fotos entstehen letztendlich durch Quantisierung als virtuelle Abbilder unserer Umgebung. Doch leider werden digitale Bilder immer seltener aus der Virtualität heraus in unsere physische Welt geholt, sie schlummern als Bits & Bytes auf Festplatten oder anderen Datenträgern. Manche von Ihnen schaffen den Sprung in einen digitalen Bilderrahmen oder ins Internet. Wir können sie auf einem Monitor betrachten, aber anfassen können wir sie nicht. Sie sind virtuell. Nur wenige schaffen es auch auf Papier. Nun möchte ich die Vorteile digitaler Bildproduktion und -Nutzung keinesfalls in Abrede stellen. Dennoch wird durch die digitale "Bildbehandlung" oft das wichtigste vergessen: das Bild selbst.
Was treibt uns Menschen seit Urzeiten dazu, unsere Umwelt im Bild festzuhalten? Angefangen hat alles mit Höhlenmalerei: die Bilder waren immer da. Wenn man sie anschauen wollte, musste man nur zu ihnen gehen. Heute können wir in Museen gehen und die Arbeiten von Leonardo da Vinci, Caravaggio oder van Gogh betrachten. Und natürlich kann man entgegen halten, dass man heute nur den Computer anschalten muss, um ein Bild sehen zu können. Aber erst dadurch, dass Bilder physisch den Raum mit uns teilen, werden sie tatsächlich real und wirklich erfahrbar. Konsequenterweise sollten alle Fotos, die uns wirklich wichtig sind, auf einen physischen Träger übertragen werden. Damit sie auch haptisch erfahrbar werden. Wenn nur diese schönen Papiere nicht so teuer wären…

Der neue Fotostand im Kölner Zoo.
Hier kann man seine Bilder kaufen, wenn man sich
am Eingang von den netten Damen hat ablichten
lassen.
Auch in der digitalen Fotografie ist die eigentliche Bildaufnahme ein analoger Prozess, denn digitale Fotos entstehen letztendlich durch Quantisierung als virtuelle Abbilder unserer Umgebung. Doch leider werden digitale Bilder immer seltener aus der Virtualität heraus in unsere physische Welt geholt, sie schlummern als Bits & Bytes auf Festplatten oder anderen Datenträgern. Manche von Ihnen schaffen den Sprung in einen digitalen Bilderrahmen oder ins Internet. Wir können sie auf einem Monitor betrachten, aber anfassen können wir sie nicht. Sie sind virtuell. Nur wenige schaffen es auch auf Papier. Nun möchte ich die Vorteile digitaler Bildproduktion und -Nutzung keinesfalls in Abrede stellen. Dennoch wird durch die digitale "Bildbehandlung" oft das wichtigste vergessen: das Bild selbst.
Was treibt uns Menschen seit Urzeiten dazu, unsere Umwelt im Bild festzuhalten? Angefangen hat alles mit Höhlenmalerei: die Bilder waren immer da. Wenn man sie anschauen wollte, musste man nur zu ihnen gehen. Heute können wir in Museen gehen und die Arbeiten von Leonardo da Vinci, Caravaggio oder van Gogh betrachten. Und natürlich kann man entgegen halten, dass man heute nur den Computer anschalten muss, um ein Bild sehen zu können. Aber erst dadurch, dass Bilder physisch den Raum mit uns teilen, werden sie tatsächlich real und wirklich erfahrbar. Konsequenterweise sollten alle Fotos, die uns wirklich wichtig sind, auf einen physischen Träger übertragen werden. Damit sie auch haptisch erfahrbar werden. Wenn nur diese schönen Papiere nicht so teuer wären…

Der neue Fotostand im Kölner Zoo.
Hier kann man seine Bilder kaufen, wenn man sich
am Eingang von den netten Damen hat ablichten
lassen.
Donnerstag, 4. März 2010
Wie echt muss ein Foto sein?
Dem World Press Photo 2009 Wettbewerb hatte ich bisher nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt - bis ich heute bei Rob Galbraith den Artikel (mit dem kritisierten Foto) über die Disqualifizierung von Stepan Rudik, dem Gewinner des dritten Preises in der Kategorie Sports Features las. Anstelle seiner Bilder gibt es nun nur noch den Vermerk "Disqualified":

Screenshot der World Press Photo Website mit dem Hinweis auf die Disqualifizierung
Im Wesentlichen geht es mal wieder um eine Bildmanipulation: Rudik hat etwas entfernt (den Teil eines Fußes), das an bildwichtiger Stelle störend wirkte. Das entspricht wohl einfach nicht den Regeln: "The content of the image must not be altered. Only retouching which conforms to the currently accepted standards in the industry is allowed."
Zusätzlich zu der Retusche hat Rudik einen Bildausschnitt gewählt, das Foto mit hohem Kontrast nach SW konvertiert und eine grobe Kornsimulation hinzugefügt. Wenn ich alles recht verstanden habe, wird das nicht kritisiert, lediglich die Retusche. Wo also soll man eine Grenze ziehen? Was soll erlaubt sein, was nicht? Was ist der Industrie-Standard, wer definiert ihn, und für welchen Bereich?
Sicher muss es immer irgendwo eine Grenze geben, aber ich finde die Disqualifizierung übertrieben. Wenn Bildausschnitte ein Foto in seiner Aussage verändern dürfen (das wird seit vielen Jahrzehnten so gemacht!) und Kontrastveränderungen und Kornstruktur akzeptabel sind, warum darf dann nicht die wirklich störende Spitze eines Fußes entfernt werden? Das Foto muss nicht in einem Gerichtsverfahrten beweisen, dass hinter den fotografierten Personen noch ein Dritter gestanden hat. Es soll nur, im Kontext mit den anderen Bildern der Serie, eine Geschichte zum Thema Sport illustrieren.
[edit / 05. März 2010]
Auch FREELENS hat nun als Kommentar ein paar Gedanken zur World Press Disqualifikation ins Netz gestellt. Und der Vollständigkeit halber hier noch der Stein des Anstosses:

Das disqualifizierte Foto, © Stepan Rudik

Bildausschnitt des Original-Fotos, © Stepan Rudik

Das Originalfoto, © Stepan Rudik

Screenshot der World Press Photo Website mit dem Hinweis auf die Disqualifizierung
Im Wesentlichen geht es mal wieder um eine Bildmanipulation: Rudik hat etwas entfernt (den Teil eines Fußes), das an bildwichtiger Stelle störend wirkte. Das entspricht wohl einfach nicht den Regeln: "The content of the image must not be altered. Only retouching which conforms to the currently accepted standards in the industry is allowed."
Zusätzlich zu der Retusche hat Rudik einen Bildausschnitt gewählt, das Foto mit hohem Kontrast nach SW konvertiert und eine grobe Kornsimulation hinzugefügt. Wenn ich alles recht verstanden habe, wird das nicht kritisiert, lediglich die Retusche. Wo also soll man eine Grenze ziehen? Was soll erlaubt sein, was nicht? Was ist der Industrie-Standard, wer definiert ihn, und für welchen Bereich?
Sicher muss es immer irgendwo eine Grenze geben, aber ich finde die Disqualifizierung übertrieben. Wenn Bildausschnitte ein Foto in seiner Aussage verändern dürfen (das wird seit vielen Jahrzehnten so gemacht!) und Kontrastveränderungen und Kornstruktur akzeptabel sind, warum darf dann nicht die wirklich störende Spitze eines Fußes entfernt werden? Das Foto muss nicht in einem Gerichtsverfahrten beweisen, dass hinter den fotografierten Personen noch ein Dritter gestanden hat. Es soll nur, im Kontext mit den anderen Bildern der Serie, eine Geschichte zum Thema Sport illustrieren.
[edit / 05. März 2010]
Auch FREELENS hat nun als Kommentar ein paar Gedanken zur World Press Disqualifikation ins Netz gestellt. Und der Vollständigkeit halber hier noch der Stein des Anstosses:

Das disqualifizierte Foto, © Stepan Rudik

Bildausschnitt des Original-Fotos, © Stepan Rudik

Das Originalfoto, © Stepan Rudik
Montag, 1. März 2010
Mittwoch, 24. Februar 2010
Teste deine Farbwahrnehmung
X-Rite hat einen schönen und unterhaltsamen Online-Test zur Farbsicht. Ich hatte den früher schon einmal gemacht, aber Loyd Chambers hat mich wieder drauf gebracht. Viel Spass!

Ergebnis meines Farbtests

Ergebnis meines Farbtests
Freitag, 19. Februar 2010
Was macht ein gutes Portrait aus?

Ein großer Teil aller aufgenommenen Fotos sind in irgendeiner Weise Portraits, denn wir Menschen fotografieren uns am liebsten selbst. Und so wundert es auch nicht, dass wir die Darstellung unseres Selbst immer wieder in Frage stellen und verbessern möchten. Hierbei gibt es nach meiner Meinung zwei große Lager: zum einen die, die nach einer möglichst sympathischen Darstellung streben und dann jene, denen vor allem der Inhalt des Portraitfotos wichtig ist.

Was also macht ein gutes Portraitfoto aus? Wie bekomme ich es? Welche Technik brauche ich? Wie muss ich mit den Menschen umgehen?
Betrachten wir die Seite der Berufsfotografen, ist meist wichtig, wer für die Fotos bezahlt und welches Ergebnis er für sein Geld erwartet. Dass die meisten Menschen sich auf ihren Portraitfotos selbst nicht gefallen macht es den dienstleistenden Fotografen nicht gerade leichter! Ich habe zum Beispiel gelernt, dass das Bild zunächst einmal mir gefallen muss, auch wenn vor meiner Kamera der zahlende Kunde selbst sitzt! Denn der Kunde merkt, ob ich mich mit meiner Arbeit identifiziere und sie mit Enthusiasmus betreibe. Wenn ich ihn infizieren kann, habe ich bereits die halbe Miete im sprichwörtlichen Kasten. Denn wir dürfen nie vergessen, dass unsere Kunden bei der Auftragserteilung mit der noch nicht vorhandenen "Ware" Foto vor allem eins kaufen: ein Versprechen.

Hier noch drei interessante Links zum Thema Portraitfotos:
[EV +/-] Exposure Compensation: What makes a good portrait?
Eine wunderbare Annäherung an das Thema. Ab, in Eure Bookmarks!
The Zeltsman Approach to Traditional Classic Portraiture
Ein großartiger Exkurs über klassische Portraitfotografie, bei dem es sehr viel zu lernen gibt. Macht euch frei von euren Digitalknipsen und Vorurteilen über klassische Portraitstudios. Lest und transponiert die Informationen!
Conscientious: How to take portraits
Auszüge aus einem Buch über Portraitfotografie aus 1934!
[edit:] hier gibt es den zweiten Teil mit weiteren Beispielen.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Bücher für Fotografen #2

Heute geht es um Dr. Martina Mettners "Wie man ein großartiger Fotograf wird". Das Buch möchte dem Leser ein "Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft" sein.
Schon durch Titel, Farbe und Format - es ist quadratisch - macht es neugierig auf den Inhalt. Bestellt hatte ich es, wohl als einer der ersten, auf fotofeinkost. Als es dann kurz vor Weihnachten kam, waren meine Erwartungen natürlich groß. Nach dem Anlesen war ich aber irgendwie ernüchtert, das Buch gab mir nicht den erwarteten Kick. Für mich sind Bücher eben so: entweder sie reißen mich sofort mit, und dann verschlinge ich sie, oder sie haben es schwer mit mir. Und weil mir das Buch auf diese besondere Weise begegnet ist, kommt meine Besprechung erst jetzt.
Von Büchern und Bildern
Beim ersten Durchblättern einer Drucksache fallen neben den Überschriften natürlich sofort die Bilder auf, denn das ist schließlich ihr Zweck. Und diese Bilder haben es wirklich nicht geschafft, mich in das Buch zu saugen. So gut wie alle der etwa 90 Fotos kommen aus Frau Mettners eigener Kamera. Es gibt nur vier Ausnahmen: ein Obama-Bild von Elliott Erwitt, das berühmte Bild des sterbenden Loyalisten von Robert Capa (das, wie seit kurzem wieder diskutiert wird, wohl doch von Capa gestellt wurde - Frau Mettners Meinung hierzu finde ich großartig), eins mit Kinderpopo (schön!) von Martin Gommel (der wohl ein Leser der fotofeinkost ist) und schließlich ein Bild aus einer Hochzeitsreportage von Andrej Davydchyk. Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch, oder aber ich habe einen ganz anderen visuellen Stil - oder besser noch verschiedene Stile erwartet, die das Thema des Buchs illustrieren und greifbar machen. Und natürlich ist Bildsprache immer auch Geschmackssache, über die sich trefflich streiten lässt. Jetzt könnte man argumentieren, dass gerade Frau Mettners eigene Bilder wie geschaffen dafür sind, ihre Gedanken zu illustrieren. Doch ein wenig beschleicht mich das Gefühl, dass Frau Mettner ihre Bilder auch einmal in einem Buch haben wollte, und so hat sie eben, eventuell, das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden.
Von Zielgruppen
Der Titel lässt zwar erahnen, dass das Buch vorwiegend für Leute gedacht ist, die gerade mit der professionellen Fotografie beginnen (Studien-/Berufsanfänger). Und es lockt bestimmt auch solche, die mit dem Gedanken spielen, Geld mit der Kamera zu verdienen - denn nach wie vor wird den Leuten ja suggeriert, sie seien bereits Fotograf, wenn Sie nur mit einer Kamera herumlaufen, Bilder knipsen und mal das eine oder andere Foto über Fotolia & Co. für einen Euro verkaufen. Hier ist Frau Mettner deutlich und präzise, sie zieht diesen Aspiranten gründlich die faulen Zähne. Doch auch Berufsfotografen fühlen sich durch das Buch angesprochen, denn diese gehören unzweifelhaft zur Zielgruppe ihrer Beratung für Fotografen und zu den Lesern ihrer fotofeinkost. Erwartet man also einen Ratgeber, um im täglichen Chaos der Anforderungen zwischen kreativer Selbstverwirklichung und dem knüppelhartem Markt für Fotografie besser zurecht zu kommen, wird man leider enttäuscht. Hier kann dieses Buch nicht helfen. Für den Profi sind Kapitel wie "Welche Richtungen das Fotohobby nehmen kann" oder "Worauf bei der Aufnahme und Bildbearbeitung (zusätzlich) geachtet werden sollte" leider nur so wertvoll wie ein Schluck Salzwasser auf dem offenen Meer.
Von Gestern, Heute und Morgen
Schnell meint der aufmerksame Leser eine gewisse Abneigung Frau Mettners gegen das Gestrige auszumachen: "Sich jetzt noch an den Ideen und fotografischen Idealen des vergangenen Jahrhunderts zu orientieren, wäre…besonders verhängnisvoll." Gnadenlos wischt sie hier mal eben alles vom Tisch, was die Fotografie über ein Jahrhundert lang antrieb und fortentwickelte. Kurze Zeit später reduziert sie Henri Cartier-Bressons "entscheidenden Moment" auf das bloße Flanieren mit der Kamera. Ganz progressiv macht sie dann den oft mitvergrößerten schwarzen Rand des Negativs (der auf dem Negativ ja unbelichtet ist) zum "Trauerrand um den entscheidenden Moment". Bestimmt wollen viele Fotografen damit zeigen, dass sie das Motiv so fotografiert wie vergrößert haben, aber ist das etwa verwerflich? Ich finde den schwarzen Rand in erster Linie ästhetisch motiviert. Den schwarzen Rahmen Richard Avedons (den sie auf Seite 27 zu Recht als "groß" bezeichnet), der sich diesen zum Markenzeichen erkor, kritisiert sie hingegen nicht. Nun stellen Sie sich mal Avedons Portraits ohne den Rahmen vor!
Frau Mettner sagt zwar, dass die dokumentarische Fotografie ihr nach wie vor am Herzen liegt, aber so recht glauben kann ich ihr das nicht. Dennoch hat sie Recht, dass die Demokratisierung der Fotografie durch digitale Techniken zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Umdenken erfordert, damit man heute und morgen eine Chance hat, als Fotograf bestehen zu können.
Von Projekten
Ein großes Anliegen ist Frau Mettner das Fotoprojekt, allein fünf Kapitel führen das Wort "Projekt" in der Überschrift. Schon im Vorwort bezeichnet sie das freie Fotoprojekt als den Königsweg, um sich als Fotograf zu entwickeln und zu etablieren. Sie animiert den Leser die eigene Stimme zu finden und interessantere Fotos zu machen, anstatt ständig den neuesten Kameratrends hinterher zu laufen. Sie führt den Leser an die projektbezogene Arbeit heran und motiviert ihn zu eigenen Taten. Sie vermittelt, dass es "Viel wichtiger als Perfektion ist, dass Herzblut drin steckt und das Foto etwas aussagt". Und eins der letzten Kapitel beschreibt, "Wie Projekte zur Fotografie als Beruf führen können" - neben dem Vorwort eins meiner liebsten Kapitel.
Fazit
Soweit ich es verfolgt habe, ist dieses Buch bisher enthusiastisch aufgenommen worden, und Vergleichbares ist auf dem deutschen Markt schwer, wenn überhaupt, zu finden. Hier hat Frau Mettner geschickt eine leere Marktposition besetzt. Ihr Buch analysiert klug die aktuelle Position der Fotografie und gibt darauf aufbauend wertvolle Hinweise für Menschen, die ihre Fotografie, und damit auch sich selbst, weiter entwickeln wollen. Dabei bin ich nicht immer ihrer Meinung, und bestimmt die Hälfte des Buchs macht für mich persönlich nicht viel Sinn (o.g. Zielgruppenproblematik). Dennoch hat sie ein Werk mit viel Output geschaffen und zeigt, dass es darauf ankommt, Fotografieren als individuelles Abenteuer mit eigener Stimme zu betreiben, um sich durchsetzten zu können.
Montag, 18. Januar 2010
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